ANHALT 2022: Deutsche Siege und zwei Meetingrekorde

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Endlich wieder mit Zuschauern auf der Tribüne fand am Mittwoch das 24. Internationale Leichtathletik-Meeting in Dessau statt. Es gab wieder viele Höhepunkte

Foto: Ralph Weiser

von Jane Sichting (Deutscher Leichtathletik Verband)

Dreimal in Folge konnte sie in Dessau bereits gewinnen, am Mittwoch baute Olympiasiegerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) ihre Siegesserie im Paul-Greifzu-Stadion weiter aus. Zwar blieb sie dabei deutlich hinter dem von ihr selbst 2019 aufgestellten Meetingrekord (7,05 m) zurück, mit 6,49 Metern im letzten Versuch ließ sie die Konkurrenz dennoch hinter sich. Während sich in den ersten beiden Versuchen noch einige technische Fehler eingeschlichen hatten, war sie gegen Ende des Wettkampfes schlichtweg müde. Dennoch nimmt die 28-Jährige auch etwas Positives aus Dessau mit. Schließlich holte sie in jedem Jahr, in dem sie hier gewonnen hatte, jeweils einen internationalen Titel.

Ein gutes Omen für die beiden Höhepunkte mit WM und Heim-EM in München? „Ich hätte nichts dagegen“, sagt sie augenzwinkernd und ergänzt: „Ich werde in beiden Wettkämpfen mein Bestes geben und dann hoffentlich zufrieden vom Platz gehen“. Rang zwei ging an Merle Homeier (LG Göttingen; 6,29 Meter) vor der Polin Karolina Mlodawska (6,26 m).

Julian Weber gewinnt vor Olympiasieger

Bei der Athletenpräsentation noch freudig dem Publikum zuwinkend, musste der Sieger der beiden Vorjahre, Johannes Vetter (LG Offenburg), seinen Wettkampf leider verletzungsbedingt nach dem Einwerfen beenden. "Ich habe einfach zurzeit zu viele kleine Baustellen, die ein befreites Werfen unmöglich machen", erklärte er anschließend. "Ich dachte, ich bekomme es heute hin, aber dem war leider nicht so."

Einen deutschen Sieg gab es in dem international stark besetzen Feld dennoch. Nach seinem guten Saisoneinstieg (86,09 m) beim Diamond League-Meeting in Doha (Katar) zeigte Julian Weber (USC Mainz) auch in Dessau konstant weite Würfe und gewann mit 85,02 Metern vor dem Olympiasieger von 2012 Keshorn Walcott (Trinidad und Tobago, 84,69 m) und dem Olympia-Zweiten Jakub Vadlejch (Tschechische Republik; 83,93 m).

Zufrieden sagte er: „Es hat viel Spaß gemacht und die Stimmung war super. Sicherlich wäre heute auch noch ein bisschen mehr drin gewesen, aber ich bin zuversichtlich, dass es dieses Jahr noch deutlich weiter gehen wird.“ Nun freue er sich auf die kommenden Wettkämpfe und hat auch ein klares Ziel im Kopf: „Die 90 Meter sind endlich fällig!“

Oleg Zernikel mit konstanten Sprüngen

Während es im Speerwerfen die 90 Meter sind, die als magische Marke gelten, sind es im Stabhochsprung Höhen jenseits der sechs Meter. Die hat auch der Deutsche Meister Oleg Zernikel (ASV Landau) im Visier. In Dessau reichte es dafür noch nicht. Mit übersprungenen 5,70 Metern im ersten Versuch gewann er das Meeting vor dem höhengleichen Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Richartz Nate (USA; 5,60 m). Der weitere Leverkusener Torben Blech wurde Vierter (5,60 m).

„Am Anfang war es ein bisschen lahm, aber dann kam ich immer besser rein und es hat gut funktioniert. Darum habe ich mich dann im letzten Versuch an einer neuen Bestleistung probiert. Aber es war erst der zweite Wettkampf dieses Jahr, da geht es vor allem erst einmal darum, konstant zu sein“, sagte Zernikel. Die Saison sei lang genug, um die ganz großen Höhen noch anzugehen. Und auch Lita Baehre bleibt zuversichtlich: „Ich habe mich heute ein bisschen schwergetan. Gerade am Anfang waren es keine guten Sprünge. Zwar kann ich im Endeffekt nicht ganz zufrieden sein, aber dennoch habe ich dann noch das Beste versucht“.

Meetingrekord von der Olympiasiegerin und einem Holländer

Die schnellsten Beine hatte am Mittwoch Yupun Abeykoon Mudiyanselage (Sri Lanka). Nach seinen Siegen 2020 und 2021 lief er über 100 Meter auch dieses Jahr wieder als Erster über die Ziellinie und verbesserte sich auf 10,06 Sekunden. Platz zwei und drei gingen an den Kenianer Ferdinand Omanyala Omurwa (10,14 sec) und Joris van Gool (10,28 sec) aus den Niederlanden. Deutschlands schnellster Sprinter aus dem Jahr 2021, Julian Wagner (LC Top Team Thüringen), konnte sich nach einem Fehlstart im Vorlauf leider nicht für das Finale qualifizieren.

Einen neuen Meetingrekord gab es über 400 Meter der Frauen. Hier lief die polnische Tokio-Olympiasiegerin mit der 4x400 Meter Mixed-Staffel Natalia Kaczmarek am schnellsten auf der Stadionrunde und gewann in 51,23 Sekunden vor ihrer Landsfrau Justina Swiety-Ersetic (51,96 sec) und Luna Thiel (VfL Eintracht Hannover). Bei den Männern setzte sich der Mexikaner Luis Aviles (45,96 sec) vor Christian Iguacel (Belgien) und dem Deutschen Meister Manuel Sanders (LG Olympia Dortmund; 46,38 sec) durch.

Ein beherztes Rennen zeigte zum Abschluss des Abends die Deutsche U23-Meisterin Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler), die über 800 Meter vor allem in der ersten Runde ein beeindruckend hohes Tempo auf die Bahn brachte. Dies machte sich jedoch auf den letzten 200 Metern bemerkbar – in 2:01,98 Minuten lief sie als Zweite ins Ziel. Den Sieg holt sich einmal mehr die mehrfache Deutsche (Hallen-)Meisterin Christina Hering (LG Stadtwerke München; 2:01,57 min), die in Dessau bereits zum achten Mal in Folge am Start war.

Das Männerrennen entschied der Niederländer Tony van Diepen mit einem Meetingrekord (1:45,30 min) für sich, bester Deutscher war in 1:46,60 Minuten der Deutsche Hallenmeister Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe) auf Rang sechs.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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