Francesco Friedrich in aller Munde

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Francesco Friedrich am 23. September mit seiner Olympia-Medaille im Legendentalk bei "Anhalt Sport trifft Legenden" - ein hochinteressanter Abend. (Foto: Ralph Weiser)

Die lange Rekordliste von Bob-Pilot Francesco Friedrich ist nachdem er am 23. September 2020 in Dessau zu Gast bei "Anhalt Sport trifft Legenden" war noch länger geworden. Erst hatte er sich zum alleinigen Rekordweltmeister gekrönt, nun gewann er in Altenberg auch die Vierer-Konkurrenz - und das fast blind.

Der zweifache Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich bleibt der Dominator seiner Sportart. Am Sonntag (14. Febraur) gewann der Sachse bei der Weltmeisterschaft in Altenberg auch den Wettkampf im Viererbob. Friedrich raste zum vierten WM-Sieg im großen Schlitten - das gelang vor dem 30-jährigen Oberbärenburger noch keinem anderen Athleten.

Friedrich, der zur bereits Halbzeit der WM am Samstag trotz eines Fehlers beim Einstieg in Führung lag, fuhr am Sonntagvormittag in 53,22 Sekunden die schnellste Fahrt der Titelkämpfte und baute seinen Vorsprung aus. Auch im vierten Durchgang lenkte er den Schlitten in 53,76 Sekunden mit der schnellsten Zeit des gesamten Laufs ins Tal und konnte mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Alexander Schüller und Candy Bauer jubeln. Mit einer Gesamtzeit von 3:35,02 Minuten betrug im Ziel sein Vorsprung auf Rang zwei starke 0,79 Sekunden.

Was von außen nur schwer zu erkennen war: Friedrich hatte im letzten Lauf große Probleme. "Es war nochmal spannend. Mir hat es in Kurve vier das Visier aufgehauen", erklärte er nach dem Rennen. "Dann habe ich es in der sechs zumachen wollen. Deswegen haben wir dort die Bande bekommen. Dann haben wir so ein Innenvisier, damit es nicht beschlägt. Und das ist mir in Kurve neun in den Schoß gefallen. Von Kurve zu Kurve ist das Visier dann mehr und mehr beschlagen. Da sind wir nahezu blind runtergefahren, nur mit Umrissen. Aber ich habe es noch ganz gut erwischt."

Mit dem Sieg holte Friedrich seine vierten Doppel-Weltmeisterschaft, seinen elften WM-Einzel-Titel, seine 13. WM-Goldmedaille und insgesamt seine 15. Weltmeisterschafts-Medaille. Mit 47 Weltcupsiegen hat er einen weiteren Rekord inne. Dennoch schaut der gebürtige Pirnaer nicht unbeschwert auf das kommende Jahr: "Es war ein spezielles Jahr. Wir haben das Glück, dass wir hier noch einmal auf unserer Heimbahn fahren durften. Wir haben unglaublich akribisch arbeiten können im Sommer."

Das wurde auch im September in Dessau klar, dass der Sachse ein harter Arbeiter ist. Man kann sicher sein, dass er auch im nächsten Jahr mindestens so intensiv arbeiten wird. Müde wird er nicht, was ihn antreibt die Gier nach weiteren Rekorden und Titeln.

 

Quelle: ARD Sportschau

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